header

   raika oben           logo haudum       Mahlzeit 2021

raika oben  logo haudum  Mahlzeit 2021

Uhr

Corona-Jahr 2020

Donnerstag, 18 März 2021 19:16

Flexibilität, Einsatzbereitschaft und Durchhaltevermögen waren unabdingbar für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Roten Kreuz Freistadt im Corona-Jahr 2020 und sind es noch immer. Die Pandemie hat Auswirkungen auf alle Sparten, auf den Dienstbetrieb und das Vereinsleben. Bezirksstellenleiter...

Mag. Alois Hochedlinger, Bezirksgeschäftsleiter Ing. Gerald Roth und zwei Mitglieder des Bezirksrettungskommandos NFS Manuel Reisinger und Silke Pachinger ließen das Jahr 2020 Revue passieren. Seit dem Februar 2020 ist die Rotkreuz-Arbeit von Corona geprägt – Abstimmungen intern, mit den Behörden und den anderen Einsatzorganisationen stehen regelmäßig auf der Tagesordnung. Entscheidungen auf Bundes- und Landesebene gilt es, innerhalb kürzester Zeit umzusetzen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen gebrieft, geschult, koordiniert, gesucht, gefunden und angestellt, Mengen an Hygienematerial, Test-Kits, beschafft und verteilt werden. Test-Standorte wurden eruiert, ausgestattet und betrieben. „Das Rote Kreuz Freistadt ist sehr gut für Katastropheneinsätze gerüstet, aber diese Pandemie ist wirklich fordernd“, sind sich alle einig. „Am Anfang hat sich die Situation fast stündlich geändert. Wir alle mussten extrem flexibel und schnell handeln, aber wir haben dieses Jahr geschafft“, ist der Bezirksgeschäftsleiter stolz auf seine Leute.

Zusammenhalt, Engagement und Flexibilität
Seit Beginn helfen Rotkreuz-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei den Testungen und der Probenlogistik, sind im Bezirksrettungskommando tätig, saßen als Verbindungsoffizier an der Bezirkshauptmannschaft, nahmen Anrufe bei der Gesundheitshotline 1450 entgegen, übernehmen administrative Tätigkeiten und vieles mehr. Das alles machen sie zusätzlich zu ihren Hauptaufgaben und vielfach ehrenamtlich. „168.058 Stunden wurden 2020 alleine von unseren freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geleistet, viele davon im Einsatz gegen Corona“, erzählt Bezirksstellenleiter Mag. Alois Hochedlinger beeindruckt „und das sind mit Sicherheit nicht alle!“ Freiwillige aus anderen Bereichen sprangen etwa auch bei den Sozialen Diensten, wie Essen auf Rädern und Rotkreuz-Märkten ein, damit diese wichtigen Angebote aufrechterhalten werden konnten. Die Stammkräfte gehören bei den Sozialen Diensten oftmals selber zu Risikogruppen. So auch ihre Klientel, darum verlagerte sich der Besuchsdienst auf Telefonate, Betreutes Reisen konnte gar nicht durchgeführt, die HENRI Boutique nur selten geöffnet werden.

Von der AAO zur BAO
Zu Beginn der Corona-Pandemie wurde aus der AAO = Allgemeinen Aufbauorganisation die BAO = Besondere Aufbauorganisation. Die Landes- und Bezirksrettungskommanden errichteten einen Stabsbetrieb, um die Lage zu analysieren, zu koordinieren, zu organisieren und die nötigen Schritte zu setzen.

Vom Sani zum Virustester
Seit Februar führen speziell geschulte Rettungssanitäterinnen und Rettungssanitäter die von der Behörde angeordneten Abstriche bei CoV-Verdachtsfällen durch – zu Beginn vor allem in mobilen Test-Teams.
Am 19. März wurde am Gelände des Katastrophenhilfszentrums ein Test-Drive-In errichtet, um die Quantität der Testzahlen zu steigern. In Summe wurden an den beiden Standorten in Urfahr-Umgebung und Freistadt bis 31.12.2020 bereits 22.600 PCR-Testungen durchgeführt. Auch Großabnahmen in den Seniorenheimen wurden durch das RK durchgeführt, ebenso die Abnahmen bei den Bevölkerungstestungen im Dezember.

Vom SEW zum Covid-SEW
Die Pandemie stellt auch den Rettungs-, Notarzt- und Hausärztlichen Notdienst vor große Herausforderungen. Die standardmäßig strengen Hygienerichtlinien wurden aufgrund des Corona-Virus unter anderem durch das Tragen von Schutzmasken verschärft. Bei einem Patienten oder Patientin mit Verdacht auf eine Covid-Infektion muss im Rettungsdienst, Notarztdienst und beim HÄND zusätzlich ein Ganzkörper-Schutzanzug verwendet werden – eine körperliche Herausforderung, gerade bei warmen Temperaturen. In der Akutphase waren Covid-SEW im Einsatz, speziell abgeklebte und adaptierte Sanitätseinsatzwägen.

Jugendrotkreuz
Höchst aktiv starteten die Jugendgruppen in das neue Jahr – bis Corona kam. Vieles war schon geplant: Kreative Ideen für die Jugendstunden, Ausflüge, Gruppenaktivitäten, Erste Hilfe-Kurse uvm. Die Gruppenleitungs-Teams haben sich Möglichkeiten überlegt, wie die Kinder trotzdem die Möglichkeit haben, Neues rund um das Rote Kreuz zu erfahren und zu lernen.
ROKO-Besuche und Lesecoach-Stunden waren ebenso kaum möglich.

Aus- und Fortbildung
Die Zeit, in der 2020 Erste Hilfe-Kurse für die Bevölkerung abgehalten werden konnten, war sehr eingeschränkt: Jänner bis Mitte März und Mai bis September. Es mussten strenge Hygienevorschriften eingehalten werden und die Teilnehmeranzahl war reduziert.
Dank dem Engagement der 7 Lehrbeauftragten konnten dennoch 1.048 Personen geschult werden.

Vereinsleben
Das kameradschaftliche Leben auf den Dienststellen und bei den Teams hat sich total verändert. Ausflüge, Weihnachtsfeiern, Dienstbesprechungen sind nicht möglich. Ortsstellenausschuss-Sitzungen werden online abgehalten, Informationen per E-Mail, Newsletter, Videos übermittelt. Besuche oder Treffen in der Dienststelle sind nicht möglich, weil die Dienststellen zur kritischen Infrastruktur gehören und Menschenansammlungen vermieden werden müssen.

Wechsel an der Führung der Bezirksstelle
Mitten in der Pandemie fand aufgrund der Pensionierung von Langzeit-Bezirksgeschäftsleiter Charles Pickering ein Wechsel an der Führung der Bezirksstelle statt. Mit Juni 2020 kam Gerald Roth als Bezirksgeschäftsleiter und Bezirksrettungskommandant offiziell von Urfahr-Umgebung nach Freistadt. Den Leitsatz des Roten Kreuz „Das Leben von Menschen in Not und sozial Schwachen durch die Kraft der Menschlichkeit verbessern“, sieht er als seinen Auftrag für seine Tätigkeit, sowohl als BGL, als auch als freiwilliger Rettungssanitäter in seinem Heimatort St. Veit.
Charles Pickering bleibt glücklicherweise dem Roten Kreuz erhalten und freut sich auf die neuen Aufgaben als Freiwilliger.

Ausblick
Aus heutiger Sicht (18.03.2021) übernimmt das Rote Kreuz ab 2. April die Impfstraßen in OÖ. Die Impfstraße in Freistadt ist in Planung. Momentan gibt es 7 Pilot-Impfstraßen, die zur Erfahrungssammlung für die baldigen Großimpfaktionen der Bevölkerung dienen.
Das RK ist im Bereich der Impfstoffvorbereitung, bei der Administration sowie der Nachbetreuung im Einsatz. Die Impfärzte werden von der Bezirksärztevertreterin organisiert.

Die Antigen-Testungen übernimmt die Firma Wems. Die PCR-Testungen bleiben beim RK.

Zwei Bauprojekte sind geplant, der Neubau der Dienststelle Pregarten und Bad Zell. Beide Dienststellen platzen aus allen Nähten. Der Spatenstich in Pregarten soll noch heuer stattfinden.

Der Wiederaufbau des Vereinslebens und das Ermöglichen von kameradschaftlichen Aktivitäten im Rahmen des Möglichen stehen ganz oben auf der Agenda. „Wir halten zusammen und haben viele gute Ideen. Uns wird schon etwas einfallen“, sind sich alle einig. „Gemeinsam werden wir auch diesen hoffentlich letzten Teil der Pandemie bewältigen.“

Weitere Informationen

  • Fotos und Bericht: Silke Pachinger
Gelesen 1464 mal

Schreibe einen Kommentar

topothek

topothek helfenberg

Notrufnummern

Feuerwehr 122 
Polizei 133
Rettung 144
EU-Notruf 112
Bergrettung 140
Kinder Notruf 147
Ärztenotdienst 141
Giftnotfall 01 406 4343
Gasnotfall 128
Seelsorge 142
Pannenruf ÖAMTC 120
Pannenruf ARBÖ 123
Apotheken-Notruf 1455

Banner 11 2021