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Rotes Kreuz im Jahr 2020

Samstag, 03 April 2021 08:41

Die Pandemie fordert großes Engagement, höchste Flexibilität und Durchhaltevermögen bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Roten Kreuz Urfahr-Umgebung. Die Situation ändert sich ständig und die Auswirkungen spüren sie in allen Sparten, dem Dienstbetrieb und dem Vereinsleben. Bezirksstellenleiter...

Dr. Paul Gruber, Bezirksgeschäftsleiter Peter Haslinger und Silke Pachinger, Mitglied des Bezirksrettungskommandos ließen das Rotkreuz-Jahr 2020 Revue passieren. „Das Rote Kreuz Urfahr-Umgebung ist sehr gut für Katastropheneinsätze gerüstet, aber das was wir bisher gewohnt waren, gilt für diesen Fall nicht“, erklärt Bezirksstellenleiter Dr. Paul Gruber. „Nur durch das gute Miteinander aller handelnden Personen ist so eine Pandemie zu schaffen“, sind sich alle einig. Seit Beginn stehen regelmäßig Abstimmungen mit den Behörden, den anderen Einsatzorganisationen und intern auf der Tagesordnung. Entscheidungen auf Bundes- und Landesebene gilt es, innerhalb kürzester Zeit umzusetzen. Test- und Impfstandorte galt es zu eruieren, auszustatten und zu betreiben. Rotkreuz-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind bei den Testungen und der Probenlogistik, im Bezirksrettungskommando tätig, übernehmen administrative Tätigkeiten und vieles mehr. Das alles machen sie zusätzlich zu ihren Hauptaufgaben und vielfach ehrenamtlich. Sehr viel Zusammenhalt war notwendig, um die Sozialen Dienste wie Essen auf Rädern aufrecht erhalten zu können und die Rotkreuz-Märkte zu betreiben, denn ein Teil des Stammteams, das normalerweise für einen reibungslosen Ablauf sorgt, ist weggebrochen, da viele aufgrund des Alters zur Corona-Risikogruppe gehören. Freiwillige von Team Österreich und aus anderen Bereichen sprangen ein und übernahmen die Dienste. „Wir sind sehr stolz darauf, dass wir Essen auf Rädern die ganze Zeit aufrechterhalten konnten“, betont der Bezirksstellenleiter.

Von der AAO zur BAO
Zu Beginn der Corona-Pandemie wurde aus der AAO, der Allgemeinen Aufbauorganisation die BAO, die Besondere Aufbauorganisation. Die Landes- und Bezirksrettungskommanden errichteten einen Stabsbetrieb, um die Lage zu analysieren, zu koordinieren, zu organisieren und die nötigen Schritte zu setzen. Gleich zu Beginn galt es, rasch Testmöglichkeiten zu organisieren, um die von der Behörde angeordneten Abstriche bei CoV-Verdachtsfällen durchzuführen. Anfangs waren die speziell geschulten Rettungssanitäter*innen vor allem in mobilen Test-Teams unterwegs. Ab März wurden Test-Drive-Ins errichtet, um die Quantität der Testzahlen zu steigern. Der Drive-In für die PCR-Testungen ist in Engerwitzdorf stationiert. Auch Großabnahmen in Seniorenheimen, Schulen, … wurden durch das RK durchgeführt, ebenso die Antigentests bei den Bevölkerungstestungen im Dezember.

Schutzanzüge, FFP2-Masken, Covid-SEW
Die Pandemie stellt auch den Rettungs-, Notarzt- und Hausärztlichen Notdienst vor große Herausforderungen. Die standardmäßig strengen Hygienerichtlinien wurden aufgrund des Corona-Virus unter anderem durch das Tragen von Schutzmasken verschärft. Bei einem Patienten oder einer Patientin mit Verdacht auf eine Covid19-Infektion muss im Rettungsdienst, Notarztdienst und beim HÄND zusätzlich ein Ganzkörper-Schutzanzug getragen werden -– eine körperliche Herausforderung, gerade bei warmen Temperaturen. In der Akutphase waren Covid-SEW im Einsatz, speziell abgeklebte und adaptierte Sanitätseinsatzwägen. Die RK-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Mobilen Diensten, den Betreubaren Wohnen und den Sozialberatungsstellen schafften mit viel Engagement die fordernde Gratwanderung zwischen fürsorglicher Pflege und Einhaltung der strengen Hygienemaßnahmen.

Jugendrotkreuz
„Corona hat auch das JRK massiv verändert“, weiß Bezirksgeschäftsleiter Peter Haslinger.
Höchst aktiv starteten die Jugendgruppen in das neue Jahr – bis Corona kam. Vieles war schon geplant: Kreative Ideen für die Jugendstunden, Ausflüge, Gruppenaktivitäten, Erste-Hilfe-Kurse uvm. Die Gruppenleiter*innen haben sich Möglichkeiten überlegt, wie die Kinder trotz Corona die Möglichkeit haben, etwas zu unternehmen z.B. die Seniorenhaus-Brief-Aktion Ostern 2020. ROKO-Besuche und Lesecoach-Stunden waren ebenso kaum möglich. Aller Voraussicht nach können diese Aktivitäten ab April wieder starten.

Aus- und Fortbildung
Die Zeit, in der 2020 Erste-Hilfe-Kurse für die Bevölkerung abgehalten werden konnten, war sehr eingeschränkt: Jänner bis Mitte März und Mai bis September. Es mussten strenge Hygienevorschriften eingehalten werden und die Teilnehmeranzahl war reduziert. Dank dem Engagement der Lehrbeauftragten konnten dennoch 738 Personen geschult werden.

Vereinsleben
Das kameradschaftliche Leben auf den Dienststellen und bei den Teams hat sich total verändert. Ausflüge, Weihnachtsfeiern, Dienstbesprechung sind nicht möglich. Ortsstellenausschuss-Sitzungen werden online abgehalten, Informationen per E-Mail, Newsletter, Videos übermittelt. Besuche oder Treffen in der Dienststelle sind nicht möglich, weil die Dienststellen zur kritischen Infrastruktur gehören und Menschenansammlung vermieden werden müssen. „Die Kameradschaft hat nicht geschwächelt, die Kollegialität ist immens“, ist Bezirksstellenleiter Dr. Paul Gruber begeistert, „es hat uns zusammengeschweißt, unsere Aufgaben im Roten Kreuz optimal erledigen zu können“.

Ausblick
Das Rote Kreuz wurde beauftragt, ab April bei den Impfungen mitzuhelfen. Das RK ist hier im Bereich der Impfstoffvorbereitung, bei der Administration sowie der Nachbetreuung im Einsatz. Die Impfärztinnen und -ärzte werden größtenteils vom Bezirksärztevertreter Dr. Bernhard Schütz organisiert. Das Land plant mindestens 1 Impfstandort pro Bezirk. In Urfahr-Umgebung ist dies zum jetzigen Zeitpunkt die Stocksporthalle Walding. Im Bereich der Testungen werden die PCR-Testungen weiterhin durch das Rote Kreuz durchgeführt, die Antigen-Tests werden vermehrt durch private Firmen übernommen. Die Sommerakademie für die Rettungssanitäterausbildung startet heuer am 14. Juli an der OS Gallneukirchen. Noch im Mai startet das Rote Kreuz OÖ die Mitarbeiterwerbekampagne, da in nahezu allen Sparten Mitarbeiterinnen gesucht werden.

Weitere Informationen

  • Fotos und Bericht: Silke Pachinger
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